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28.11.09
Beim Spaziergang im Wald auf den Hund achten
Gerade zur Winterzeit sind die Vierbeiner ein Stressfaktor für
die Tiere im Wald
Lütersheim. Ausgedehnte Spaziergänge sind für Hund und Mensch
meist das Schönste - über Wiesen, durch Felder, im Wald. Orte, an
denen die Halter ihr Tier frei laufen lassen können. Dass das
gefährlich sein kann für Wildtiere, ist nicht jedem bewusst.
"Fallwild durch Hunde sind ein häufig verdrängtes Problem", sagt
Gerd Bölke.
Seit 34 Jahren ist Bölke Jagdaufseher in Lütersheim, seit fünf
Jahren auch im Jagdbezirk Volkmarsen I. Das Problem der frei
laufenden Hunde im Wald beschäftigt ihn schon lange – auch wenn er
auf keinen Fall Hundehalter unter Generalverdacht stellen will. Er
ist ja selbst Hundefan und zieht mit seinem elf Jahre alten
Weimaraner-Langhaar durch die Landen.
Energieverlust durch Hetze
Aber sensibilisieren möchte er. Gerade jetzt, wenn der Winter und
damit die Notzeit für die Tiere im Wald anbricht, bedeutet schon
eine kurze Hetze für das Wild einen hohen Energieverlust. Und der
kann durch mangelndes Nahrungsangebot in kalten Monaten kaum
ausgeglichen werden.
Nicht jeder Hund ist so topp erzogen, dass er aufs Wort hört. Und
auch bei sehr gut hörenden Hunden kann der Beutetrieb mit ihnen
durchgehen, weiß Gerd Bölke. Springt ein Reh aus dem Gebüsch, ist
der Hund schnell hinterher. Größtenteils seien sich die
Hundebesitzer ihrer Verantwortung bewusst und würden dementsprechend
handeln. Doch oft genug bekäme er als Jagdaufseher zu hören, dass
ein Hund unangeleint herumgelaufen sei und aggressives Verhalten
gezeigt habe, ohne dass sein Halter eingriff. Auch mag es nicht
jeder Spaziergänger, von einem fremden Hund angesprungen zu werden.
Sätze wie "Das macht er eigentlich sonst nie" sind Bölke bestens
bekannt.
  
SPIEGEL ONLINE
12.
September 2009, 18:03 Uhr
Hungeranregendes Haustierfutter
Fett dank Zusatzstoffen
Er sei nicht dick, pflegt Comic-Kater Garfield
zu sagen, sondern nur untergroß. Doch daran, dass er so ein
Pfundskerl ist, trägt er womöglich gar keine Schuld: Manches
Tierfutter, warnt der Deutsche Tierschutzbund, enthalte
Appetitanreger - und fordert eine Kennzeichnungspflicht.
"Entweder ich hab' Hunger", lautet ein alter Gag, "oder mir ist
schlecht: Satt kenn ich nicht." Eine Eigenschaft, die nicht nur die
Liebhaber von Ketchup- beschmierten Buletten in Pappbrötchen oder
des Balkan-Grilltellers Spezial nur zu gut kennen, sondern auch
unsere liebsten Freunde: unsere Haustiere. Dass von denen aber so
manches eine ganz und gar artfremde Fressgier entwickelt, liegt
womöglich daran, dass viele Tierfutter es locker mit so mancher
Menschennahrung aufnehmen können, was die Zusatzstoffe angeht.
So will die Tierfutterindustrie neue Zusatzstoffe gefunden haben,
mit denen sich der Appetit von Hunden und Katzen künstlich steigern
lässt, berichtet der SPIEGEL. Die Enzyme der dänischen Firma
Novozymes etwa verdoppeln offenbar den Hunger von Testhunden und
Testkatzen auf das ihnen angebotene Fressen. Zum Einsatz kommen
Enzyme mit sperrigen Namen wie Protamex oder Novo Pro D.
Sie und ihre Verwandten werkeln durchaus nicht nur im Tierfutter,
wo sie als Appetitanreger dienen. Protamex beispielsweise ist eine
sogenannte Protease, die die für die Verdauung notwendige Hydrolyse
von Eiweißen befördert. Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach:
Das Enzym zerlegt Proteine - und zwar so, dass die "funktionellen,
die Nährstoff- und Geschmackseigenschaften des Proteins" verbessert
werden. So drückt das Hersteller Novozymes aus und verweist darauf,
wo Protamex zum Einsatz kommt: in der "Nahrungsmittelindustrie".
In einem Boot: Hunde und Herrchen
In der ist der Einsatz von Geschmacksverstärkern und unzähligen
anderen Zusatzstoffen kein Geheimnis, die Hersteller unterliegen
Kennzeichnungspflichten, denen sie bei Nahrung für Menschen auch
nachkommen - entweder in Form von Klarnamen oder mit ihren
E-Nummern. Oft ist der Einsatz oder das Vorhandensein von Enzymen im
Produktionsprozess nicht nur natürlich, sondern sogar nötig: Käse
etwa kommt ohne Proteine aufspaltende Enzyme gar nicht aus, weil
nicht zustande. Wenn solche Enzyme am Herstellungsprozess beteiligt
sind, im fertigen Produkt aber nicht mehr aktiv, nennt man sie
Verarbeitungshilfsstoffe. Sie müssen nicht ausgewiesen werden. Sind
sie dagegen auch im fertigen Produkt noch aktiv, gelten sie als
ausweisungspflichtige Zusatzstoffe - denn dann bearbeiten sie
beispielsweise als Geschmacksverstärker nicht das Produkt, sondern
uns, die Konsumenten.
Rüde Rupert und Kater Karlo aber können mit dem so intensivierten
Geschmackserlebnis möglicherweise weniger gut umgehen als wir
vernunftbegabten Menschen, die wir uns von chemischen Zusätzen
niemals dazu verleiten lassen würden, mehr zu essen als gerade
nötig. Bei unseren tierischen Mitbewohnern greift dagegen der vom
pawlowschen Hund bekannte Mechanismus der Konditionierung: Gefressen
wird dann nur noch, was intensiver schmeckt als die andere Dose. Nur
ab und zu wirkt irritierend, wenn auch unsere Kinder beispielsweise
Erdbeeren nicht mögen, weil die nicht genug nach Erdbeere schmecken.
Sie kennen dann meist das in Eis, Joghurts etc. hauptsächlich
verwendete intensive Erdbeeraroma, das aus Baumrinde gewonnen wird.
Schmeckt viel erdbeeriger.
E-Nummern für Futterdosen
Das ist der Fortschritt, und der macht auch vor den Entwicklern
schmackhafter Tiernahrung nicht halt: Seit Jahren wetteifern
Futterfirmen darum, ihre Konserven attraktiver für die Tiere zu
machen als die der Konkurrenz. Mögliche Nebenwirkung: In Deutschland
gilt schon jedes zweite Haustier als übergewichtig - was übrigens
ziemlich genau der Quote der Übergewichtigen unter den Erwachsenen
in Deutschland entspricht.
Roman Kolar vom Deutschen Tierschutzbund sagt deshalb dem
SPIEGEL: "Es muss bei Tiernahrung um Ausgewogenheit gehen und nicht
Überfütterung." Kolar fordert daher eine Kennzeichnungspflicht für
die appetitanregenden Enzyme.
Eine Maßnahme, die zumindest schon einmal das Portemonnaie
entlasten würde, wenn Rüde Rupert und Kater Karlo zum FdH - salopp
für "Friss die Hälfte" - übergehen würden. Zu den wichtigen Motiven,
sich einen Hund zuzulegen, gehört übrigens, dass die Halter hoffen,
auf diese Weise körperlich aktiv und in Form zu bleiben.
Klappt natürlich nur, wenn man den Hund nicht rollen muss.
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12.07.09
"Ich muss Ihren Hund jetzt mitnehmen!" Falsche
Tierschutzverein-Mitarbeiter unterwegs
Die Norderstedterin Gaby K. ist überzeugt, dass ein Mann mit
gefälschtem Ausweis ihren Mischlingshund stehlen wollte. Der
Tierschutzverein Westerwohld kennt diese Masche.
Norderstedt. Gaby K. (Name von der Redaktion geändert) aus
Norderstedt sind Angst und Verunsicherung immer noch deutlich
anzumerken. "Ich habe hinterher bitterlich geweint, war völlig
fertig", erzählt die Frau, die aus Krankheitsgründen arbeitslos ist,
von jenem Tag, als ein Unbekannter versucht hatte, ihren kleinen
Hund zu entführen.
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Hamburger Abendblatt
Tierklau - Modernes Märchen oder kriminelle Realität?
Der Unbekannte hatte vormittags bei Familie K. in dem
Mehrfamilienhaus an der Ulzburger Straße geklingelt. Gaby K. war
beim Bettenmachen. Sie geht fest davon aus, "dass er mich vorher mit
dem Hund beobachtet hat." Nichts ahnend öffnete sie die Wohnungstür.
Vor ihr stand ein junger Mann in einer dunkelblauen Jacke mit einem
Kärtchen am Revers, das ihn als angeblichen Mitarbeiter des
Tierschutzvereins auswies. "Er sagte, er käme vom Tierschutzverein.
Ich solle den Hund anleinen, er müsse ihn mitnehmen", erzählt die
Norderstedterin.
Es habe Beschwerden wegen des zwei Jahre alten
Mischlingshundes gegeben. Gaby K. war völlig verdattert, machte die
Wohnungstür einfach wieder zu, der Unbekannte verschwand. "Ich habe
mich erkundigt, es gab von niemandem Beschwerden. Unser Hund ist
auch ganz lieb", sagt Gaby K. über den quirligen Vierbeiner. Anzeige
bei der Polizei erstattete sie nicht.
Natürlich war der Mann nicht vom Tierschutzverein. Diese Art der
Kontaktaufnahme komme für echte Mitarbeiter des Vereins nicht in
Frage, sagt Katrin Witthöft, 2. Vorsitzende des Tierschutzvereins
Westerwohld. "Wir dürfen auch gar keine Tiere einziehen, dafür sind
Ordnungsamt und Polizei zuständig."
Das Erlebnis von Gaby K. liegt schon ein paar Wochen zurück - und
ist laut Gaby K. kein Einzelfall. Die Frau erzählt, sie sei kurz
darauf beim Spaziergang in der näheren Umgebung mit einer anderen
Hundebesitzerin ins Gespräch gekommen: "Und da erzählt sie mir, sie
sei in der gleichen Art und Weise von einem Unbekannten angesprochen
worden. Da dachte ich: Das gibt es doch gar nicht!"
Für Katrin Witthöft ist die Masche mit dem Tierschutzverein nicht neu: "Wir
hatten schon einmal einen Anruf aus der Waldstraße. Dort sei ein
Transporter mit einem Tierschutz-Logo unterwegs, und es werde
behauptet, man fange Katzen ein, um sie zu kastrieren." Während
einer Infoveranstaltung des Tierschutzvereins wurde von
Schäferhund-Mix Timber berichtet, der im November 2008 in Wakendorf
II verschwunden war. "Einen Rüden anzulocken ist einfach, dafür
braucht man nur eine läufige Hündin", so Katrin Witthöft.
Doch zu konkreten Ermittlungen der Polizei oder gar Verhaftungen
von Tierfängern führten all diese Hinweise nicht. Die Segeberger
Polizei hat derzeit keine Anzeigen wegen Hundediebstahls vorliegen,
sagt Pressesprecherin Silke Tobies. "Nicht jede Katze, die
verschwindet, ist das Opfer einer Straftat, so tragisch das für den
einzelnen Tierhalter ist", sagt Tobies. Die Polizei fordert, dass im
Verdachtsfall unmittelbar Anzeige erstattet wird. Silke Tobies: "Es
ist für uns unheimlich schwierig, wenn wir keinen konkreten Ansatz
haben."
Wie konkret die die Gefahrenlage auch sein mag - wer sicher gehen
will, hält sich an die Ratschläge einer Broschüre, die der
Tierschutzverein Westerwohld herausgibt. Wenn Hund oder Katze
verschwunden sind, sollte erst nach eigener "intensiver Suche" die
Polizei verständigt werden. Bei Hunden zeitnah, bei Katzen nach rund
drei Wochen. Die Besitzer sollten Suchplakate mit Fotos aufhängen
und im Internet veröffentlichen, und Tierschutzvereine, Tierärzte
und Tierfutterhandlungen in der Region verständigen. Hunde sollten
nicht unbeaufsichtigt vor Geschäften angebunden werden. Wer ein Tier
aufnimmt, ist durch das Fundgesetz verpflichtet, dies dem
Tierschutzverein oder der Polizei zu melden.
Die Hotline des Tierschutzvereins Westerwohld für vermisste und
gefundene Tiere: Tel. 01639 27 82 78.
http://www.abendblatt.de/region/norderstedt/article1090486/Falsche-Tierschutzverein-Mitarbeiter-unterwegs.html
  
10.07.2009
Wildernder Hund reißt mehrere Rehe
Tiere sterben qualvoll - Jagdpächter bittet Bürger um Hilfe
Von Claudia Michaelis
Metzendorf.Wenn Hunde an die
Leine müssen, neue Schongebiete ausgewiesen werden, sind
Hundebesitzer mit dem Wort Tierquälerei oft schnell bei der
Hand. Was freilaufende Hunde anderen Tieren an Qualen antun
können, hat mancher Hundebesitzer hingegen oft weniger im
Blick. Der Metzendorfer Jagdpächter Walter Werner kann davon
dieser Tage ein trauriges Lied singen: Im Gebiet Metzendorf/Woxdorf/Beckedorf
streunt mitten in der Brut- und Setzzeit ein Hund durch Wald
und Flur, der Rehwild hetzt und die Tiere bei lebendigem
Leibe zerreißt, aber nicht tötet, sodass sich die
schwerverletzten Tiere langsam zu Tode quälen.
In der vergangenen Woche fanden Anwohner in Woxdorf in
ihrem Garten einen kleinen Rehbock, der sich in die Nähe der
menschlichen Siedlung geschleppt hatte und dort sterbend
lag. Werner erlöste das Tier - und schildert, wie der Hund
den jungen Bock zugerichtet hatte: "Die Hoden waren
herausgerissen, das Schulterblatt zerfetzt. Dann hat er den
Todesbiss am Hals angesetzt, den er aber offenbar noch nicht
ganz beherrscht."
Am Montag folgte der nächste traurige Fund: Noch morgens
um 4 Uhr hatte sich der Landwirt im Ruhestand in den
Von-Ehren-Plantagen am Anblick einer Ricke mit ihrem Kitz
erfreut. "Ich dachte noch: Hier seid ihr sicher", erinnert
sich der 70-Jährige. Stunden später holt ein
Von-Ehren-Mitarbeiter den Jäger - und Werner muss auch die
hechelnd in der Plantage liegende Ricke erlösen, die der
Hund übel zugerichtet hat. "Es ist ungeheuerlich, was einige
Leute unter Tierliebe verstehen. Diese Leute müssten mal
hören, wie ein Reh schreit, wenn es so zerrissen wird. Das
ist grausig."
Auch das Kitz ist nun ohne die Mutter zum Sterben
verurteilt, und Werner rechnet damit, dass der Hund noch
mehr Tiere reißt, die nicht gefunden werden und qualvoll im
Wald verenden. "Es ist zum Verzweifeln, so kann es nicht
weitergehen", sagt Werner, der seit mehr als 40 Jahren
Jagdpächter in diesem Revier ist und sich selbst mehr als
Heger denn als Jäger versteht. Dass der Hund direkt aus dem
Dorf kommt, glaubt Werner nicht. Die örtlichen Hundbesitzer
seien vernünftig, weiß Werner, der 13 Jahre lang
Ortsbürgermeister in Emmelndorf/Metzendorf war.
Nach den Verletzungen der Rehe vermutet er, dass es ein
großer, hochbeiniger Hund ist, der schnell laufen kann und
Erfahrung im Wildern hat: "Das ist ein Experte, der es nur
noch nicht ganz beherrscht." Bei der Polizei hat Werner
bereits Anzeige gegen Unbekannt erstattet, und bittet nun
die Bürger unter seiner Telefonnummer
0
41 05/32 67
um Hinweise, um den Hund und seinen verantwortungslosen
Halter ausfindig zu machen. Was Letzterer möglicherweise
nicht weiß: Als Jagdpächter ist Werner gesetzlich
verpflichtet, das Wild zu schützen. Das heißt im Klartext:
Er hat die Berechtigung, den Hund zu erschießen.
  
5. Mai 2009
Lüneburg (aho) - Bei einem Fuchs in Oldendorf/Luhe und einem weiteren
Fuchs in Westergellersen ist das Staupevirus als Erkrankungsursache
nachgewiesen worden. Das teilt jetzt das Veterinäramt des Landkreises mit.
Hundehalter sollten bei ihrem Tierarzt den Impfstatus ihrer Tiere überprüfen
lassen, mahnt Charlotte Kiepker, Amtstierärztin beim Landkreis Lüneburg. Im
Bedarfsfall könne der Tierarzt dann die Impfung gleich durchführen. Nicht
geimpfte Tiere sollten unverzüglich gegen Staupe geimpft werden.
„Die Staupe ist nur für nicht geimpfte Hunde lebensbedrohlich, für den
Menschen jedoch ungefährlich, da keine Übertragung von Tier auf Mensch
erfolgt“, erklärt die Tierärztin weiter. Das Veterinäramt des Landkreises
Lüneburg werde die Entwicklung aufmerksam verfolgen.
(c)
Copyright Dr. M. Stein, Am Kiebitzberg 10, 27404 Gyhum
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E-Mail:
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Impressum / AGB
  
24.01.09
ln-online/lokales vom 23.01.2009 11:12
Trappenkamp: Hund biss Yannick (6) ins Gesicht
Der kleine Yannick (6) wurde von einem angeleinten Hund angefallen.
er wird in der Lübecker Uni-Klinik behandelt. Foto: KRÖGER
Trappenkamp – Schlimme Hundeattacke auf ein unschuldiges Kind: Vor
einem Supermarkt in Trappenkamp (Kreis Segeberg) hat ein Deutscher
Schäferhund den sechsjährigen Yannick angesprungen, ihm ins Gesicht
gebissen und ihm schwere Verletzungen zugefügt.
LN-Kommentar: Einsicht zeigen von Susanne Peyronnet
Diskutieren Sie mit im LN-Leserforum!
Der Junge wurde in der Lübecker Uniklinik operiert. Haut vom Kopf
wurde auf die Verletzungen im Gesicht übertragen. Die Narben, sagt
Dr. Lutz Wünsch, kommissarischer Leiter der Klinik für
Kinderchirurgie, voraus, wird Yannick sein Leben lang mit sich
herumtragen. „Es geht dem Jungen den Umständen entsprechend gut.
Lebensgefahr bestand zu keiner Zeit.“
„Yannick mochte Hunde eigentlich immer“, berichtet seine Mutter
Britta Schlüter. „Er war schon immer tierlieb.“ Sie erfuhr in einem
Bewerbungsseminar vom schweren Unfall ihres Sohnes, wusste erst gar
nicht, wo er behandelt wird, raste irrtümlich und von Angst
getrieben zunächst nach Neumünster, um schließlich in Lübeck an
Yannicks Krankenbett zu eilen. „Ich bin froh, dass es ihm langsam
wieder besser geht, das ist die Hauptsache“, sagt sie erleichtert.
Psychisch geht es Yannick ganz gut, berichtet die Mutter weiter.
Langsam beginne er Fragen zu stellen, warum der Hund ihn gebissen
habe, wie das passiert sei.
Der ausgewachsene Schäferhund-Rüde, der Yannick auf dem Nachhauseweg
von der Schule anfiel, war vor einem Supermarkt angebunden. Der vom
Angriff seines Tieres geschockte Hundebesitzer, ein 30-jähriger Mann
aus Wahlstedt (Kreis Segeberg), ließ den Rüden umgehend von einem
Tierarzt einschläfern. Ohne Vorwarnung habe sich der angeleinte
Schäferhund auf den kleinen Jungen gestürzt, berichtet die Polizei.
Es sind dramatische Szenen, die sich vor dem Supermarkt abgespielt
haben. Eine Passantin versuchte, den Schäferhund zurückzuziehen. Das
gelang ihr jedoch erst, als eine vorbeikommende Autofahrerin die
Situation erfasste, aus ihrem Fahrzeug sprang und der Passantin zu
Hilfe eilte. „Die beiden haben dem Jungen das Leben gerettet“, sagte
ein Polizist.
Dass sich das Tier bedroht gefühlt haben könnte, vermutet Volker
Maßmann, Leiter der Lübecker Polizeihundestaffel und ausgewiesener
Hundeexperte. „Ein Hund, der angebunden ist, hat keine Möglichkeit
auszuweichen, wenn er sich bedroht fühlt. Er kann nur nach vorne und
beißen.“ Deshalb gebe es zwei absolute Grundregeln, die immer gelten
und die jeder wissen müsse: Nie auf angebundene Hunde zugehen und
nie auf Hunde, die an der Leine geführt werden. Sie könnten ihren
Besitzer verteidigen wollen.
Wie wichtig diese Regeln sind, beweisen etliche Hundeattacken der
vergangenen Jahre, die sich häufig vor Supermärkten ereigneten. So
wurde in Lübeck im April 2004 ein vierjähriges Mädchen vor einem
Laden von einem Hund gebissen und im Gesicht verletzt. Der schwarze
Mischling schnappte, wie jetzt auch der Hund in Trappenkamp, ohne
erkennbaren Grund zu.
Im Trappenkamper Fall überprüft die Polizei, ob der Hundehalter
richtig auf den Hund aufgepasst hat. Gegen den Mann wird wegen
fahrlässiger Körperverletzung und Verstoß gegen das
Gefahrhundegesetz ermittelt. Die Polizei bittet Zeugen, sich unter
Telefon 043 23/26 00 zu melden.
  
Wenn der Bock die Ricke treibt
gelesen Kieler Nachrichten vom 25.Juli 2008
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Mit einem Klick
ist der Ort des Wildunfalles erfasst – und
gleichzeitig der zuständige
Jagdausübungsberechtigte. Quelle Google Maps
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Flintbek/Altenhof – Es ist wieder soweit: Das
Rehwild arbeitet während der sogenannten Blattzeit
intensiv an seiner Vermehrung. Dieser Zustand
bereitet den Jägern Sorgenfalten: Noch mehr als
sonst wird es zu Verkehrsunfällen mit Wild kommen,
da ist man sich in den Hegeringen des Landes sicher.
Eine erste Krisensitzung gab es jüngst bei Detlef
Koch, Leiter im Hegering 8 der Kreisjägerschaft
Eckernförde. „Wir hatten bereits in den vergangenen
Monaten ungewöhnlich viele Wildunfälle zu
verzeichnen“, sagte Koch. Bestätigendes Nicken von
Hans-Karl Rodde (Revier Alt-Bülk) und Nicolaus Graf
zu Reventlow (Revier Eckhof). „In diesem Jagdjahr
hatten wir bereits 14 gemeldete Wildunfälle auf der
Straße zum Klärwerk“, sagte Rodde. „Häufig ist die
Ursache auch die überhöhte Geschwindigkeit an der
Stelle, denn dort darf nur Tempo 30 gefahren
werden.“ Ähnlich geht es Graf Reventlow: „Der
Bockabschuss in meinem Revier ist erfüllt – nicht
durch mich, sondern durch die Straße.“
Im Mai zog es
viele Böcke wegen der Revierkämpfe auf und über die
Straßen, Ähnliches wird sich in den kommenden vier
Wochen abspielen, wenn das Rehwild blind vor Liebe
über die Straßen wechselt. Doch was kann getan
werden, um den Zusammenprall zwischen Mensch und
Tier zu verhindern? Mögliche Alternativen zeigt
Wildmeister Jürgen Eckardt, Mitarbeiter beim
Landesjagdverband, auf. Duftzäune zeigen wenig
Wirkung, die reflektierenden Wildspiegel sind nur in
der Dunkelheit erkennbar, aber: „Wir müssen
versuchen, die Rehe an Standorte im Revier zu
binden. Das geht nur, wenn Ruhe und Nahrung
angeboten werden“, erklärt Eckardt.
Und noch etwas
ist ein Problem: die Straßenrandbepflanzung. „Wenn
dort verbissfreundliche Gehölze wie Pfaffenhütchen
oder Weißdorn angepflanzt werden, muss man sich
nicht wundern, dass Rehe am Straßenrand äsen“, sagt
Eckardt.
Wenn es dann zum Wildunfall kommt, ist der Ärger
vorprogrammiert. Ein verletztes oder gar totes Stück
Wild, ein defektes Fahrzeug, manchmal sogar
Verletzte sind die Folgen. Und das Schlimmste:
Häufig sind die Revierinhaber nicht zu erreichen,
weil bei den Leitstellen der Polizei falsche oder
fehlerhafte Telefonlisten vorliegen. Doch genau zu
dem Thema hat man sich in der Kreisjägerschaft
Eckernförde Gedanken gemacht – mit Erfolg. „Bei der
Abarbeitung von Wildunfällen gab es Probleme. Das
wollten wir verbessern“, erklärt Tobias Masannek,
privat Jäger und beruflich bei der Polizei – also im
doppelten Sinn Experte für das Thema. Gemeinsam mit
Verkehrsplaner Felix Rhades aus Altenhof machte er
sich Gedanken. Dabei wird mit Google Maps
gearbeitet. „Polygone werden über die Karten, die
die Reviergrenzen aufzeigen, gelegt. Der Ort des
Wildunfalls wird angegeben und angeklickt.
Dann
öffnet sich ein Popup-Fenster und die Leitstelle
weiß sofort, welcher Jagdausübungsberechtigte unter
welcher Telefonnummer zu erreichen ist“, erklärt
Rhades das System. Dafür brauchen die Leitstellen
kein Fachpersonal, es reiche lediglich ein
Internetzugang. Den Dänischen Wohld hat Rhades
umgesetzt, für eine landesweite Umsetzung ist viel
Aufwand nötig – ein Programmierer müsste ran. „Damit
könnten wir bundesweit Vorreiter sein, aber dafür
brauchen wir finanzielle Unterstützung“, erklären
Masannek und Rhades. In Frage kommen Versicherungen
oder auch ein Automobilclub, denn: „Die Nutznießer
der schnellen Abarbeitung eines Wildunfalles sind
die Autofahrer“, sagt Masannek.
Von ganz oben gibt es Zustimmung: „Diesem Projekt
stehen wir wohlwollend gegenüber“, erklärt Fritz
Maurischat von der Obersten Jagdbehörde in Kiel. Das
Problem Wildunfall ist ihm bekannt, Maurischat
selbst muss häufig nachts deswegen raus aus den
Federn. Eine Neuigkeit hat er noch für betroffene
Verkehrsteilnehmer: „Es gibt ein Gerichtsurteil, das
den Verkehrsteilnehmern eine Teilschuld gibt, wenn
sie in Wildwechselgebieten nicht vorsichtig fahren“,
betont Maurischat. „Ebenso gibt es für Jäger keine
Verpflichtung, bei grober Fahrlässigkeit eine
Wildunfall-Bescheinigung auszustellen.“ Daran
sollten Autofahrer in den kommenden Wochen denken.
Von Sorka Eixmann
Unser Kommentar:
"Die Hundelobby bedauert den Verlust von Wild in
jeder Form, auch wenn dies durch das natürliche
Verhalten der Tieren und die menschliche Mobilität
verursacht wird."
  
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